TikTok & Pornos in Kinderhänden: Was können Eltern tun?

Eltern sind hilflos, wenn die eigenen Kinder auf Social Media oder im Netz sind und sie selbst nicht wissen, was die Kinder dort machen. Sie sind Gefahren ausgesetzt, die sie nicht erkennen. Doch was können Eltern und Schulen tun, um Kinder aufzuklären und Prävention zu betreiben?


"Sie wollte wie Millionen anderer Teenager bei angesagten Tiktok-Challenges mitmachen - jetzt ist die kleine Antonella tot. Das zehnjährige Mädchen aus Palermo starb nach einer lebensgefährlichen Mutprobe." (Quelle: news.de, 2021)


"Die Eltern einer 8- und einer 9-Jährigen, die bei „blackout challenge” des Kurzvideoportals starben, verklagen den Social Media-Riesen." (Berliner Morgenpost, 2022)


Solche und ähnliche Artikel lösen wahrscheinlich bei vielen Eltern von Kindern und Jugendlichen eine Gänsehaut aus. Wir Eltern fragen uns, was wir tun können, um unsere Kinder vor solch gefährlichen Challenges zu bewahren. TikTok ist für Kinder ab 13 Jahren erlaubt, doch Tatsache ist, dass die Kinder sich problemlos älter machen können, um die App zu nutzen. Bereits 21% der Kinder im Alter von 6-9 Jahren haben in Deutschland ein Smartphone. Bei den 10 - 12 jährigen sind es 86% und bis zum Alter von 15 Jahren haben 95% ein Gerät (Statista, 2022). Wenn Kinder und Jugendliche Zugang zu Smartphones haben, haben Sie auch den Zugang zu potenziell gefährlichen Inhalten im Internet.


Pornokonsum & mögliche Massnahmen seitens der Eltern

Wenn wir schon beim Thema sind: "85% der Jungen, 71% der Mädchen zwischen 14 und 16 Jahren haben bereits pornografisches Material gesehen", steht auf der Seite von PAID e.V., die Aufklärung in Schulen zum Thema Porno betreibt.


Doch was sollen nun Eltern tun, um die Kinder zu schützen? Manche werden denken, dass das Kind eben kein Smartphone haben darf. Wir waren aber doch selbst mal jung und wissen, wie Verbote auf Kinder wirken. Meiner Meinung nach ist eine möglichst frühe Art der Prävention am sinnvollsten und zwar in der Kombination von elterlicher Aufklärung und Aufklärungsprogrammen in den Schulen.


Sinnvoll ist es, den Kindern eine Schutzsoftware zu installieren (diese sind nicht zu 100% sicher) damit sie gar nicht erst per Zufall auf nicht jugendfreie Seiten kommen. Es sollte ihnen aber auch vermittelt werden, dass es solche Seiten gibt und sie zu den Eltern kommen sollen, wenn so eine Seite aufgeht, die sie verstört. Kinder müssen wissen, dass sie Vertrauen haben können zu den Eltern und auch über verstörende Sachen sprechen können. Je älter das Kind wird, umso sicherer sollte es im Umgang mit elektronischen Medien werden. Oft ist das aber nicht so. Die Kinder lernen alle Tricks, aber erfahren nicht, wie sie sich selbst schützen können oder zum Thema Medienschutz oder Datenschutz. So habe ich auch kürzlich in einem Referat zum Thema Pornografie erfahren, dass schon 12-jährige Mädchen sich auf "only fans" anmelden und dort Nacktfotos posten, um Geld zu verdienen. Das bedeutet, dass die Prävention schon sehr viel früher einsetzen muss.


Spezialisierte Prävention an Schulen

Hier kommt dann auch die spezialisierte Prävention ins Spiel. Die Mediennutzung muss den Kindern schon früh beigebracht und erklärt werden. Kinder müssen erfahren, welche Gefahren im Netz lauern und wie sie diese vermeiden können. Ich selbst hatte mal einen Workshop in der Schule gemacht, weil ich mitbekommen hatte, dass die Kinder in dieser Klasse Videos auf Instagram stellen, auf denen jüngere Kinder gequält werden - so was wollte ich nicht stehen lassen. Die Kinder waren sehr interessiert an dem Thema und damals, vor ein paar Jahren, hatten sie absolut noch keine Erfahrung im Umgang mit Medien. Sie nutzen einfach ihre Apps.


Hier gilt zu beachten, dass es nicht viel bringt, wenn man den Kindern und Jugendlichen etwas erzählt und sie zuhören müssen. Die Kids müssen selbst über ihre Erfahrungen sprechen können. Sie müssen die Möglichkeit haben, über Sachen zu diskutieren, die passiert sind - zum Beispiel eben über den Tod von Mädchen bei TikTok Challenges. Sie müssen selbst reflektieren und VERSTEHEN, was passiert ist. Dafür müssen Erwachsene die richtigen Fragen stellen. Fragen, die die Kinder zum Nachdenken bringen und sie dazu veranlassen, gewisse Verhaltensweisen abzulehnen oder eben als gefährlich zu deklarieren.


Deshalb würde ich bereits ab 6 Jahren mit der Prävention und Aufklärung einsetzen. Altersgerecht sollte den Kindern erzählt werden, was Smartphones sind, was sie können und was sie anrichten können. Werden die Kinder älter, sollte über TikTok, Challenges und Sucht gesprochen werden. Wenn man bedenkt, dass Jungs schon ab 12 Jahren Pornografie im Internet schauen, sollte etwa in diesem Alter die Prävention zu diesem Thema anfangen.


Anbieter


Diese Anbieter kann ich empfehlen, da ich dazu Referaten gehört habe. Sollte es an der Schule von Ihren / euren Kindern keine Prävention geben, so kontaktiert doch den Elternrat und bringt diese Idee ein.

- PAID e.V. - hier werden Kids ab 13 in Schulen zum Thema Pornografie aufgeklärt und erfahren, wie schädlich Pornos für die Gesundheit sind und wie schädlich das für eine Beziehung ist (zur Website)

- Tabea Freitag - hier werden Kurse angeboten, auch für Ärzte und Therapeuten (zur Website)

Gerne nehme ich weitere Vorschläge auf, insbesondere solche aus dem DACH Raum. Welche Massnahmen erachten Sie / erachtet Ihr als am sinnvollsten?

Mein Bezug zur Thematik & wie ich helfen kann


Ich habe etwa im Jahr 2010 angefangen, mich mit dem Thema Social Media zu befassen. 2011 machte ich einen entsprechenden CAS dazu und arbeitete in mehreren Unternehmen und Agenturen als Social Media Manager. 2011 eröffnete ich meinen ersten von 3 Blogs und lernte später auch die Schweizer Blogger- & Influencer Szene kennen. Hierzu hatte ich auch Referate und Interviews an Fachtagungen. 2018 entschied ich mich, dass ich diesen Bereich abschliesse aus persönlichen Gründen (Burn-out). Im Bereich Medien-Psychologie war ich eingebunden als die erste JAMES-Studie (Jugend, Aktivitäten, Medien – Erhebung Schweiz) lanciert wurde. Für das Projekt "Videogames & Medienkompetenz" habe ich mitrecherchiert (beides ZHAW, 2009 & 2010).


Sie möchten Ihr Kind schützen, wissen aber nicht, wo sie anfangen sollen? Kontaktieren Sie mich:

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